Spurensuche: American Classics

Candide oder der Optimismus, so lautet der Titel der berühmten satirischen Novelle des großen französischen Philosophen Voltaire aus dem Jahre 1759. Dieses Buch wurde zur Grundlage des Musicals Candide von Leonard Bernstein, dessen Urfassung 1956 beim Publikum allerdings durchfiel. Nach mehreren Umarbeitungen wurde 1988 die heute allgemein gültige Fassung aus der Taufe gehoben. Die Ouvertüre dieses Werks hat schneller den Einzug ins Konzertrepertoire geschafft und gehört zu den Klassikern der amerikanischen sinfonischen Musik.

Charles Ives komponierte The Unanswered Question im Jahr 1906. Das Stück besteht aus drei unterschiedlichen Ebenen. Über einem Streicherchoral, der scheinbar unendlich und unbeirrbar den Lauf der Dinge, vielleicht sogar des Universums zu symbolisieren scheint, stellt eine einsame Trompete eine ernsthafte Frage. Eine kleine Gruppe von Holzbläsern gibt 5 verschiedene Antworten, jedes Mal etwas schneller als beim Mal zuvor. Das nervöser werdende Durcheinander der Holzbläser beantwortet diese Frage aber nicht, denn die Trompete stellt die Frage noch ein sechstes Mal, doch sie dieses Mal erhält als Antwort der Bläser nur Stille und den Klang der liegenden Streicher.

Die Rhapsody in Blue ist neben Porgy and Bess das berühmteste Stück George Gershwins. Dieses Werk ist seine Antwort auf die Frage, wie sich die amerikanische Musik im 20. Jahrhundert weiter entwickeln könnte. Elemente der Jazz und des Swings werden hier mit sinfonischen Klängen vereint. In relativ freier Form wechseln sich Klavier und Orchester häufig ab, um dann wieder gemeinsam musikalisch weiter zu gehen.

Robert Neumann ist bei unserem Konzert in Hameln am 5.10.2021 der Solist dieses Werks.

Das Adagio for Strings von Samuel Barber gehört zu den beliebtesten Werken der klassischen Musik und wurde von den Hörern der BBC mit dem medienwirksamen Titel des „traurigsten klassischen Musikwerk“ geehrt. In zahlreichen Filmen taucht diese Musik auf, unter anderem als Titelmusik des Antikriegsdramas Platoon. Dabei ist dieses Werk streng genommen kein Einzelwerk, es ist die Bearbeitung desl angsamen Stzeas aus Barbers Streichquartett Opus 11.

Appalachian Spring (Ballet for Martha) ist ein bahnbrechendes Werk für die klassische Moderne des 20.Jahrhunderts. Fest im tonalen Milieu verwurzelt, weist diese Musik den Weg, populäre Melodien mit Naturmusik zu verbinden. Dabei entstand ein Werk, das den gesamten Kosmos der Geschichte des nordamerikanischen Kontinents widerspiegelt.